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silke pankin "nicht-mehr und doch-schon" |
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nicht-mehr und doch-schon
Mädchen und Knaben richten sich in einem Körper ein, dessen Geschlechtsidentität nur in Umrissen vorliegt, aber noch nicht von dem dazugehörigem Triebinteresse durchgeformt ist.
Sie sind Wesen, denen das Geschlecht noch nichts ausmacht – wenn es sich auch hier und da schon meldet, aber indirekt und spielerisch wie im Traum. Sie fühlen sich schon als Individuum mit Eigensinn wenn ihnen plötzlich die Sexualität wie ein Usurpator in Leib und Seele fährt und dort die kindliche Übereinstimmung mit der Welt zum bloßen Schein erklärt und sie vernichtet.
Verwirrt und furchtsam, doch zugleich neugierig und abenteuerlustig macht sich das pubertierende Kind auf den Weg zum Erwachsenenstatus.
Der Körper ist es der als Erster von der Pubertät kündet. Die Sexualisierung des Körpers, die mit dem Sprießen der Scham.- und Achselhaare beginnt ist zugleich eine Festlegung auf ein Geschlecht. Der Verzicht auf das andere ist für jedes Kind ein Drama. Denn es ist immer schwer zu verkraften, wenn einem der Körper nicht mehr gehört. Weil der Körper der Schauplatz ist, auf dem sich die Pubertät zuerst abspielt, wird er auch besonders beachtet, immer wieder überprüft, überwacht und eventuell durch Eingriffe gebremst oder mutwillig gepuscht.
Der „Übergangskörper“ kann in die eine oder andere Richtung gebogen und geformt werden, zum Gegengeschlecht hin und wieder zurück, und eine Weile macht er das gehorsam mit. Aber irgendwann ist mit der Maskerade Schluß. Wenn die Pubertät vorbei ist, kriegen die jungen Erwachsenen ihren Körper zurück – als den eines Mannes oder einer Frau.
Aus: Frühlingserwachen von Barbara Sichtermann
In meiner Arbeit „nicht-mehr und doch-schon“ nehme ich Bezug auf den Zustand des „Dazwischenseins“, welches das Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren kennzeichnet.
Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren wurden gebeten in ihren Körperhaltungen Stärke, Kraft, Selbstbewußtsein sowie Angst, Zerbrechlichkeit und Kleinsein auszudrücken.
Das Agieren mit verschiedenen Gebrauchsgegenständen unterstreicht das Ringen der Jugendlichen ihren Körper zu unterwerfen, zu beherrschen und zu bewahren.
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